Der Maler Harry Meyer und der Galerist Klaus Bode: Ein Team, welches seit Jahren erfolgreich zusammenarbeitet. Bereits seit längerem ist die Galerie Bode in Korea vertreten; auf Kunstmessen und im Rahmen von Kooperationen mit ortsansässigen Galerien. Harry Meyer war als „Künstler der ersten Stunde“ von Anfang an mit dabei.

Nun hat Klaus Bode einen weiteren, entscheidenden Schritt gewagt und eine eigene Galerie in Korea eröffnet: in der Millionen-Metropole Daegu im Südosten des Landes, bekannt als Veranstaltungsort der Kunstmesse „Daegu art fair“ und ein wichtiges Forum für zeitgenössische Kunst. Die erste Einzelausstellung widmet er den Werken von Harry Meyer. Auf 150 m2 präsentieren Künstler und Galerie Werke aus 20 Jahren, entstanden in den Jahren von 1993 bis 2013.

Harry Meyer hat es sich nicht nehmen lassen, bei dieser Eröffnungsausstellung persönlich vor Ort zu sein. Von Bayern nach Korea: Nicht gerade der nächste Weg, möchte man meinen. – Oder etwa doch?

Denn die Bezeichnung „Eröffnungsausstellung“ ist in gewisser Hinsicht nicht ganz korrekt. Harry Meyer genießt bei koreanischen Sammlern und Kunstkennern seit 2007, als Klaus Bode seine Bilder erstmalig vorgestellt hatte, eine stetig wachsende und erweiterte Aufmerksamkeit und Akzeptanz.

Dies mag zum einen an der geduldig-beharrlichen Vorgehensweise des Galeristen liegen: Getreu dem fernöstlichen Motto, daß stetes Wasser den härtesten Stein höhle, und daß das weiche, jedoch anpassungsfähige Element in seiner scheinbaren Schwäche dem härtesten Widerstand letztlich überlegen sei, hat Klaus Bode „seinen“ Künstler unaufdringlich, gleichwohl unermüdlich, immer wieder vorgestellt – die Entdeckung der Nachhaltigkeit, könnte man auch formulieren. Der Taoist würde sagen: Das Vertiefen geht dem Überwinden voran.

Und der Erfolg bliebt nicht aus: Die wahrhaft Kunstsinnigen haben das Wesen von Harry Meyers Malerei erkannt. Der Sinn dieser Malerei liegt nicht in der Abbildung der äußeren Wirklichkeit. Der Vorgang des Malens ist vielmehr der aus der Zeit kristallisierte Moment, in dem die geistigen Strukturen, der Lebensrhythmus des Malers und derjenige der Erscheinungswelt sich vereinen und zur Darstellung kommen – eine Darstellung, fokussiert und reduziert auf das Wesentliche.

Harry Meyer: Es gibt bei ihm mehr zu erkennen, als zu sehen. – Von Bayern nach Korea? Der nächste Weg nicht, aber der folgerichtige.
Brigitte Herpich